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Gordon Lightfoot   Summer Side of Life (1971) *****

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Gewinner-Pressungen:

US Reprise WLP & Brown Label (beide a.e. Santa-Maria-Pressungen; nicht genau zu identifizieren)

Klanggrad

Seite 1  A++(+) (WLP)  /  Seite 2  A++ (brown label)

Zustand Cover / Vinyl:  EX+ / M-

Pressungen im Shootout: Mehrere originale US-Pressungen; die braune Kopie ist von Better Records

Kommentare

 

Alles, was Sie sich vom Sound eines guten Folk-Rock-Albums wünschen, ist hier in Hülle und Fülle vorhanden. Auf Summer Side gibt es zwar keine Megahits, aber alle Songs sind gut und einige herausragend. Die Songs scheinen etwas Einfaches und Müheloses zu haben, sind entspannt und unaufdringlich und basieren auf meisterhaft ausgearbeiteten und strukturierten Kompositionen.
Auf einer guten Pressung wird gleich zu Beginn klar, wie gut die Akustikgitarren und der Gesang aufgenommen sind. Der Klang ist satt und warm und hat einen guten runden Bass. Es gibt mehr Platz und Separation zwischen den Instrumenten als bei durchschnittlichen Exemplaren. Diese Röhrenmagie (Tubey Magic), Fülle und harmonische Kohärenz sind bei modernen Remasterings leider verschwunden, von digitalen Tonquellen einmal ganz zu schweigen.

 

Miguel   all-time favourite

Der am besten klingende Song auf dem gesamten Album. Gordons angenehme Stimme ist klar und steht schön mittig. Seine Bodies – Red Shea & Rick Haynes – arbeiten auf hohem Niveau. Ein toller Moment, wenn die Gitarre im linken Kanal mit dieser Klarheit und Transparenz einsetzt, wie sie diese Kopie bietet. Auch beim Bass kann man jeder Note gut folgen.
Ein trauriger, zärtlicher Song über geografisch getrennte Liebende und ihren tragischen Abschied. „Oh my sweet Miguel, I love you till I die.“ Solche Texte und die einfühlsame Art, wie sie gesungen werden, berühren mich tief!

 

Summer Side of Life

Der Song klingt nicht so gut wie Miguel, da es sich hierbei um eine größere, nicht rein akustische Produktion handelt. Vermutlich liegen zu viele Tapes zwischen der ursprünglichen Aufnahme und dem, was in die Rillen gepresst wurde. Gleichwohl kann man das Stück, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt, auf einer herausragenden Pressung wirklich genießen. Das Organ links kommt wunderbar herüber.

Talking in Your Sleep

Hat die Soundqualitäten von Miguel. Ich liebe besonders die Gitarren und den zurückhaltenden Reiz in diesem Lied. Der dezente Chor (dibededeba) ist ein cooler Einfall.

Same Old Loverman

Der nachdenkliche Gordon versetzt mich hier in eine rührselige, traurige Stimmung. Der Chor dürfte seine Anteile daran haben und Textzeilen wie „And the same old lover man / Is still acting like a fool, baby“ – da finde ich mich durchaus wieder…

Love & Maple Syrup

Tolles Songwriting, cooler Refrain. Das Piano rechts ist sehr real, sauber und hat Gewicht. 

Cabaret

Der Song, den viele Fans lieben, erinnert mich zu Beginn an David Crosby. Mitten im Lied hört man ein tiefes Seufzen, eine Tür knallen und das Tempo und die Stimmung ändern sich auf eine andere Ebene. Ich mag den ersten Teil, aber der zweite ist besser. Cabaret suggeriert mit seinem Text über das Herunterfahren auf der Autobahn einen Hintergrund aus flauschigen weißen Wolken und Hitze, die über der Asphaltdecke schimmert.

In den Siebzigern erschienen mehr als ein halbes Dutzend hochkarätiger Lightfoot-Alben, eines ungewöhnlicher als das andere und keines davon wie das andere. Alle diese Alben legen Zeugnis ab für die überragende Klasse dieses Songschreibers und Sängers.
Sein Masterpiece ist für mich ohne jeden Zweifel Sit Down Young Stranger / If You Could Read My Mind, über das ich noch berichten werde. 

Danke, Gordon, dass du mir mit deiner Musik positive Gefühle und Energie schenkst. Wann immer ich mich wieder gut fühlen möchte, muss ich nur dieses Album abspielen. 

  

Quellen & Links:

Country.de zu G.L.

Review auf der G.L.-Website

Miguel live BBC 1972

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