Jim Croce You Don't Mess Around With Jim (1972) *****H
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Cover handsigniert von Mr. Croce!!
Allerdings nicht persönlich, 1972 war ich Erstklässler.
Gewinner-Pressung
Original US ABC/Dunhill LP, ABCX 756
(Dead Wax/Run-Out liefert keine Rückschlüsse über das Presswerk; auf dem Coverrücken steht “Litho in Canada”)
Klanggrad
Seite 1 A+++ / Seite 2 A+++
Zustand Cover / Vinyl: EX+ / M-
Pressungen im Shootout: US ABC original, US Promo (WLP), UK Vertigo swirl, UK Vertigo spaceship u.a.
Kommentare
Das Hören von CDs von Jim Croce legt den Verdacht nahe, dass dessen Alben schlecht aufgenommen sind. Weit gefehlt: You Don't Mess Around With Jim ist hervorragend aufgenommen. Shame on you CD-Hersteller! Die Winner-LP ist in allen Belangen DRAMATISCH BESSER als die CD, aber auch als alle anderen LPs. Das Shootout zog sich über Monate hin und war ein langer, mühsamer und teurer Weg der Erkenntnis. Die typische Pressung dieser Platte ist ein Desaster, auch die US black label ABC, selbst der Vertigo swirl fehlte es an Höhen und Transparenz. Ich kann natürlich immer nur davon reden, was bei mir auf dem Plattenteller lag, das war allerdings eine Menge.
Die braunen Dunhill Pressungen waren eine Offenbarung. Ich hatte zwei dieser raren Teile, die ähnlich gut klangen; eine schied wegen eines Pressfehlers aus. Der Winner hat eine wunderbare Dynamik, ist transparent, entwickelt hervorragende Räumlichkeit, besitzt einen ausgewogenen, runden und vollen Bass, kaum Distorsionen und schöne, seidige Höhen.
Auf was ich sonst noch geachtet habe:
Die Wiedergabe des Gesangs war natürlich ein Schlüssel zu dem am besten klingenden Exemplar, so wichtig für ein Singer-Songwriter-Album von 1972. Croce sollte klar in der Mitte und vorne sein, dort, wo es sein sollte, dabei reich, süß, tonal korrekt und Tubey Magical – keine leichte Aufgabe.
Natürliches Tongleichgewicht; die meisten Kopien sind entweder heller oder dunkler als ideal; diejenigen mit dem richtigen Gleichgewicht sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Voller, kraftvoller Bass
Süße, zarte und vor allem korrekte MIDRANGE – extrem wichtig bei dieser Platte, die sonst harsch und unkomfortabel klingt (z.B. die Lead Akustikgitarre).
Seite 1
You Don't Mess Around With Jim
Sicher nicht das audiophile Highlight, benötigt gute Top-End-Extension, Korrektheit, Transparenz und Bass – hier alles vorhanden. Partygelächter und -gerede im Hintergrund klingen absolut real, was sich dann zu einem kraftvollen Chor emporschwingt. Die erste US-Single für Croce, die es auf Platz 8 schaffte. Toller Text, schlichte, aber packende Melodie.
Tomorrow's Gonna Be A Brighter Day
Hier gefällt vor allem das relaxte Schlagzeug, dessen Klang nur bei einer so ausgewogenen Pressung funktioniert. Tolle Räumlichkeit des Sounds. Die schöne Liedakustikgitarre links kommt wunderbar warm rüber, der Sound hat die Tiefe des Mastertapes. Leider starb der geniale Maury Muehleisen zusammen mit Jim Croce, weil er im selben Flugzeug saß, das 1973 abstürzte.
New York's Not My Home all-time favourite
Einer der Ohrwürmer auf der Platte, die einem tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wunderbarer Bass, die Streicher schweben ohne Distorsionen. Streicher sind immer eine klangliche Herausforderung, hier korrekt und mit Biss (korrekt geht immer vor spektakulär). Einer meiner Lieblingsstellen ist dort, wo das Schlagzeug rechts einsetzt. Jim Croce fühlte sich in New York nicht wohl, was er hier verarbeitete.
Hard Time Losin' Man
Photographs And Memories
Wirklich etwas fürs Herz, tolles kleines Akustikgitarren-Solo.
Walkin' Back To Georgia
Ohrwurm auf Ohrwurm - einfach traumhaft; diesen Song könnte irgendwie auch James Taylor singen.
Seite 2
Operator (That's Not The Way It Feels) all-time favourite
Einer der besten Songs, die Jim Croce je aufgenommen hat. Die Stimmung ist unvergleichlich und wird erzeugt durch den einmaligen Refrain, die Akustikgitarren und den Chor. Authentischer Trennungsschmerz. Maurys Gitarrenspiel kann man nicht genug loben, geniales Songwriting von Croce! Für alle, die nur noch Handys kennen: Ein Operator ist die Person (damals meist „das Mädchen vom Amt“), mit der man sprechen musste, um Ferngespräche vermitteln zu lassen.
Time In A Bottle
Wunderbare Ballade (US #1) mit exzellenten Akustikgitarren, melancholischer Stimme und schönem Text. Posthum als Single veröffentlicht und auf Nummer 1 geschossen. „But there never seems to be enough time to do the things you want to do, once you find them”
Rapid Roy (The Stock Car Boy)
Box #10 all-time favourite
Was wäre dieser Song ohne guten Bass und Räumlichkeit? Ein echtes Highlight. Ich liebe solche Songs, die in zwei Minuten Emotionen wecken und es auf den Punkt bringen. Manche versuchen es mit einer ganzen LP und schaffen es doch nicht. Übrigens, haben Euch Eure Eltern schon mal mit "some Money" in einer engen Situation ausgeholfen?
A Long Time Ago
Hey Tomorrow
Raumfüllender Klang mit einem huge bottom end!
Die amerikanischen und englischen Originalausgaben unterscheiden sich voneinander. Photographs And Memories und A Long Time Ago sind vertauscht (God only knows...), auch haben sie verschiedene Cover:
Die MFSL-Pressung war aus verschiedenen Gründen nicht mit im Shootout. Ich habe 2005, als ich mir eine neue Anlage zulegte, 98% meiner MFSL-LPs (Beatles, Pink Floyd, Clapton etc.) verkauft. Sie haben für mich nicht mehr funktioniert, was vor allem an den häufig hochgezüchteten Höhen, der vermurksten Midrange und dem laschen Bass lag. Es fehlten Wärme und Natürlichkeit im Klang. Aufschlussreich, was für Erfahrungsberichte Tom Port über die Jahre in seinen Kommentaren und seinem Blog zusammengetragen hat (nicht lesen, wenn ihr auf die MFSLs schwört, es ist sehr schmerzhaft).
Quellen & Links:
You Don’t Mess Around With Jim
