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Bee Gees   Trafalgar (1971) *****H

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Gewinner-Pressung

US original ATCO, Monarch Pressung

Klanggrad

Seite 1  A+++  /  Seite 2  A+++

Zustand Cover / Vinyl:  EX+ / EX (etwas noisy in Spots)

Pressungen im Shootout: 3 UK original Polydor (ein Witz gegen den Winner), ein halbes Dutzend deutsche original Polydor, 3 US ATCO (eine Promo WLP), eine MFSL; auf RSO-RI habe ich verzichtet, weil ich damit bei den frühen Bee-Gees-Scheiben dürftige Erfahrungen gemacht habe.

Kommentare

 

Diese US-ATCO hat den Code geknackt und besticht durch eine ausgesprochene KORREKTHEIT, was enorm wichtig ist bei dieser Aufnahme. Wenn das nicht gegeben ist, klingt es sehr rasch unkomfortabel, wenn ein Tamburin oder eine Resonatorgitarre mit Metallkorpus im Spiel sind, ganz zu schweigen von Bläsern und Streichern. Korrekt geht über spektakulär!
Die Stimmen, das entscheidende Element bei den Bee Gees, kommen großartig rüber und treiben einem die Tränen in die Augen; für mich als Bee-Gees-Fan extrem wichtig, zumal Trafalgar ein Highlights ihrer Karriere ist.
Das Vinyl, das ich zum Shootout herangezogen habe, war oft ruiniert. Zustand ist bei dieser LP ein Riesenproblem, kurz, es war ein dreckiger und zeitaufwendiger Job, der glücklicherweise zum Erfolg geführt hat (was nicht immer gegeben ist). Der Schlüssel zu dieser außergewöhnlichen Pressung ist offenbar, dass die Monarch-Folks Material aus einer einzigartigen Kette bestehend aus Mastertape und exzellentem Cut entgegengenommen und ihren Pressjob hervorragend erledigt haben. Die englischen Pressungen hatten deutliche Probleme in der Midrange und die anderen amerikanischen ATCO waren im Vergleich zu flach. Eine deutsche original Polydor lag noch im erstaunlichen A++ Bereich und war lange mein Favorit.

Wie gesagt, die Wiedergabe des Gesangs war ein Schlüssel bei diesem Shootout. Die Stimmen sind klar, dabei reich, sweet und tonal korrekt. Beide Seiten dieser Kopie sind super sauber, klar, offen und transparent. Die MIDRANGE klingt warm und vor allem KORREKT. Wie immer waren das natürliche Tongleichgewicht, ein voller, kraftvoller Bass und saubere, seidige Höhen wichtig. Die Streicher sind hier wunderbar und kraftvoll, haben Biss, die Bläser klingen ebenfalls toll.

 

Seite 1

 

How Can You Mend A Broken Heart   all-time favourite

Fantastischer Bee-Gees-Klassiker! Die Harmonien kommen voll zur Geltung. Einer der schönsten Songs, die Barry und Robin je geschrieben haben, und sie haben eine Menge geschrieben. Unzählige Male gecovert, #1 in Amerika!

Die Seiten sind auf der deutschen Pressung im Vergleich zu UK und USA  vertauscht, dieser Song ist der ultimative Opener für das Album.

 

Israel

Die Streicher klingen wunderbar und vor allem korrekt. Der Song zeigt Barrys erstaunliche Leidenschaft und sein Gefühl für Rhythmus.

The Greatest Man In The World

Romantisches Liebeslied von Barry. Tolle akustische Gitarre, Streicher stimmig, Bass kontrolliert (was er nicht immer ist bei Maurice) und voll.

It's Just The Way

Maurice-Song. Schönes Gitarrenarrangement. Das Tamburin links klingt korrekt; wenn das nicht der Fall wäre, bekommt man Zahnschmerzen und eine Gänsehaut im negativen Sinne. Ich liebe diesen Song!

Don't Wanna Live Inside Myself

Dem Vernehmen nach, Barrys Lieblingssong von dem Album. Wunderbar! Schnell gehen solche Songs bei einer schlechten Pressung über die Kante.

Somebody Stop The Music   all-time favourite

Einer der tiefsten Bass-Einlagen der Rock-Pop-Geschichte, würde ich sagen (in der Liga von Beatles‘ „Baby You’re A Rich Man“ und Zeps „Whole Lotta Love“). Maurice‘ Bass fetzt hier einfach alles weg, die Gitarren klingen super, so ein kraftvoller Song! Das Piano links nach dem ersten Vers ist klar, räumlich und korrekt.

 

Seite 2

 

Trafalgar

Maurice singt lead vocal. Wenn man bei diesem Song keine korrekte Pressung hat, fliegt man vom Stuhl. Die Gitarren klingen sonst einfach schrecklich harsch. Das ist hier super gelöst. Die Instrumente sind gut zu identifizieren und klingen schön räumlich.

Remembering

 

When Do I   all-time favourite

Damit habe ich Gäste auf Partys gequält: „Hinsetzen, fallenlassen und Wahnsinns-Song hören!“ Hier stimmt einfach alles: Piano, Akustikgitarre, klare Stimme im Vordergrund, Streicher, runder Bass, Bläser zum Schluss. Robin treibt seine Stimme bis an die Grenzen – großartig! War er je besser?

Dearest

Robin-Barry-Duett vom Feinsten, Traumsong! Man lässt sich fallen und vergisst, dass eine LP spielt, man ist mitten drin in der Musik.

Lion In Winter

Die Drums zu Beginn sind kraftvoll und raumfüllend. Robins Vokalakrobatik, wie er sich die Kehle aus dem Leib schreit, ist wirklich aller Ehren wert. Cooler Country-Western-Stil dazwischen (US-Einflüsse schlugen durch), tolles Duett.

Walking Back To Waterloo

Würdiger Abschluss, in den noch einmal alles reingelegt wird.

Meine MFSL-Kopie von Trafalgar habe ich vor Jahren verkauft. Überhaupt habe ich 2005, als ich mir eine neue Anlage zulegte, alle meine MFSL-LPs (Beatles, Pink Floyd, Clapton etc.) verkauft. Sie haben wie Trafalgar für mich nicht mehr funktioniert, was vor allem an den überzogenen Höhen, dem laschen Bass und v.a. an der vermurksten Midrange lag. Es fehlten Wärme und Natürlichkeit im Klang. Aufschlussreich, was für Erfahrungsberichte über die MFSL-Pressungen Tom Port über die Jahre zusammengetragen hat (nicht lesen, wenn Sie auf die MFSLs schwören, es ist sehr schmerzhaft).

„We do a lot of MoFi bashing here at Better Records, and for good reason: most of their pressings are just plain awful. We are shocked and frankly dismayed to find that the modern day audiophile still flocks to this label with the expectation of a higher quality LP, seemingly unaware that although the vinyl may be quiet, the mastering typically leaves much to be desired."

  

Quellen & Links:

How Can You Mend A Broken Heart (1971)

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