Herb Alpert Whipped Cream and Other Delights (1965) *****


Gewinner-Pressung
US original A&M brown label, Monarch Pressing
Klanggrad
Seite 1 A+++ / Seite 2 A+++
Zustand Cover / Vinyl: M- / EX+
Pressungen im Shootout: Ein halbes Dutzend andere brown label, inkl. Pitman; runner up mit A++(+)/A++ war eine Kopie ohne genaue Presswerk-Merkmale (IJ. / IAA)
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Die Gewinner-Pressung besticht durch eine unglaubliche Präsenz. Der Klang hat Magie in der Midrange (tubey magic), ist druckvoll, natürlich und hat ein tiefes Soundfeld. Mit dem Ingenieur Larry Levine hielt eine fantastische Qualität bei den Aufnahmen der Herb-Alpert-LPs Einzug, genau gesagt ab South of the Border, der dritten. Bei Whipped Cream komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Sie hat viel tiefen, definierten Bass, Hall und Raum um die Instrumente, ist dazu super KORREKT (enorm wichtig für Trompeten und Streicher) und die Höhen sind exzellent und seidig. Dieser Wahnsinn hält an bis zur 1968er LP The Beat of the Brass, über die noch zu berichten sein wird. Wenn Sie gute Pressungen der Alben von Sergio Mendes & Brasil 66 haben, dann wissen Sie genau, um welche Art von Sound es sich handelt. Dieser Sound erweckt die funkigen Popsongs mit mexikanischem Flair zum Leben.
Die Gewinner-Kopie ist satt und weich, praktisch ohne Härten und Kanten bei den Bläsern, die den Klang einer durchschnittlichen Pressung beeinträchtigen. Exzellente Höhen sind entscheidend für den Sound der besseren Exemplare. Viele alte (und neue) Platten haben kein wirkliches Top-End. Folglich fehlen die natürliche Atmosphäre und Räumlichkeit, und den Instrumenten fehlt die vollständige Ergänzung harmonischer Informationen. Wenn die Höhen fehlen, werden der obere Mitteltonbereich und die übrigen Höhen komprimiert und können nicht nach oben expandieren. Dies führt zu einer Reihe von häufigen Problemen, die man im oberen Mitteltonbereich vieler Platten hören kann: Überlastung, Härte, Rauheit und Kreischen. Dabei ist gerade bei Herb Alpert ein vollmundiger Klang der Bläser besonders wichtig. Jegliches Dröhnen oder Kreischen ruiniert den Spaß, vor allem bei der Lautstärke, mit denen die Platte abgespielt werden sollte. Wenn Sie diese LP leise abspielen, verschwinden der untere und obere Teil der Frequenzen aufgrund der Art und Weise, wie das Ohr leisere Töne verarbeitet (siehe Fletcher-Munson-Kurve). Die meisten Schallplatten und die meisten Stereoanlagen sind so konzipiert, dass sie bei moderaten Lautstärken korrekt klingen. Für dieses und viele andere Alben ist aber ein zu leises Abspielen ein Spaßkiller. Whipped Cream muss laut gespielt werden. Dann, und nur dann, wird alles musikalisch und klanglich von oben bis unten perfekt klingen.
Ich habe aus Erfahrung keine anderen Pressungen als die US-Originale beim Shootout verwendet, hatte keine Hoffnung bei Reissues, deutschen oder englischen Pressungen.
Seite 1
A Taste of Honey all-time favourite
Schon mit den ersten Takten fällt die unglaubliche Präsenz auf. Dann setzt links bassreich und mit viel Hall das Schlagzeug ein und der Tanz beginnt, das Herz schlägt höher, wenn alles wie oben beschrieben stimmt. Das Xylophon klingt super real, das Piano natürlich und voll, die Trompete exakt und korrekt.
Der Song erreichte #7 in den US-Charts und bekam drei Grammys (!): Single des Jahres, Pop Instrumental und Bestes Instrumentalarrangement – wow!
Green Peppers
Irre Melodie, die eine gute Stimmung garantiert. Tiefer, definierter Bass, intelligentes und feinfühliges Arrangement.
Tangerine
Der Hall um die Percussions und rechts um das Xylo ist der Wahnsinn.
Das Piano und das Stück erinnern an Antônio Carlos Jobim.
Bittersweet Samba
Damit die Shaker nicht verzerren, benötigt man eine äußerst korrekte Pressung.
Demo-Disc-Qualität, Herb ist auf diesem Album in Hochform.
Lemon Tree
Whipped Cream
Seite 2
Love Potion No. 9
Ein echtes Highlight, wenn es so klingt wie auf dieser Original-Pressung. Die Bläser und Cymbals benötigen ein hohes Maß an Korrektheit, andernfalls verlässt man rückwärts mit Ohrenschmerzen aus dem Raum. Das Schlagzeug klingt super real.
El Garbanzo
Gute-Laune-Nummer mit einer Melodie, die einem nicht mehr aus dem Kopf geht.
Ladyfingers
Eine langsames Stück für die Herrenwahl. Ganz großes Kino, tiefer Bass, dezente Streicher, sehr gefühlvoll.
Butterball
Peanuts
Lollipops and Roses
Kaum jemand hat die Geschichte der populären Musik so nachhaltig beeinflusst und mitgestaltet wie Herb Alpert. Er gilt als Erfinder des Tijuana-Brass-Sounds, bei dem traditionelle mexikanische Musik mit Jazz und Funk fusionieren. Zudem war er 1962 Co-Gründer von A&M Records (Alpert & Moss, Jerry), einer der innovativsten und sicher der größten unabhängigen Plattenfirmen überhaupt.
Eine wichtige Rolle bei seinen Alben spielen die Begleitmusiker aus der legendären Wrecking Crew, ohne die die Qualität seiner Musik nicht zu erreichen gewesen wäre.
Das Model auf dem Coverbild ist Dolores Erickson, die damals im dritten Monat schwanger war. Bei der „Whipped Cream“ handelt es sich übrigens um Rasierschaum. Herb erzählt gerne die Anekdote, dass das Interesse am Cover größer war als das an seiner Musik. Ich wette, die Gestalter des Covers waren keine Vollblutfeministen.
Quellen & Links:

